Hitzewelle im Blick
AWO Bremerhaven aktiviert umfassendes Schutzkonzept
Wenn die Temperaturen steigen, steigt auch das gesundheitliche Risiko für viele ältere und pflegebedürftige Menschen. Die AWO Bremerhaven begegnet dieser Entwicklung mit einem umfassenden Hitzeschutzkonzept, das von der frühzeitigen Risikoerkennung über angepasste Pflegeabläufe bis hin zu konkreten Schutzmaßnahmen in den Einrichtungen reicht.
„Die zunehmenden Hitzeperioden stellen insbesondere für ältere Menschen, Pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen eine große gesundheitliche Herausforderung dar. Deshalb haben wir für unsere Einrichtungen ein umfassendes Hitzeschutzkonzept entwickelt und verbindliche Maßnahmen etabliert“, erklärt Silke Rupietta, Prokuristin der AWO Bremerhaven.
Silke Rupietta, Prokuristin der AWO Bremerhaven
Bereits vor Beginn der Sommermonate werden in den Einrichtungen Hitzeschutzbeauftragte benannt, Mitarbeitende geschult und besonders gefährdete Bewohnerinnen und Bewohner identifiziert. Grundlage dafür ist ein strukturiertes Risiko-Assessment, das unter anderem Alter, Vorerkrankungen, Mobilitätseinschränkungen und frühere hitzebedingte Gesundheitsprobleme berücksichtigt.
„Gerade in der Pflege kommt es darauf an, Risiken frühzeitig zu erkennen und individuell zu reagieren. Wir beobachten bei gefährdeten Bewohnerinnen und Bewohnern die Flüssigkeitsaufnahme besonders engmaschig, führen bei Bedarf Trinkprotokolle und passen Tagesabläufe sowie pflegerische Maßnahmen an die Wetterlage an“, erläutert Annika Meyring, Fachbereichsleitung Pflege der AWO Bremerhaven.
Zu den konkreten Schutzmaßnahmen gehören die Sicherstellung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr, leichte und wasserreiche Speisen sowie eine flexible Speiseplanung in enger Abstimmung mit der eigenen Großküche. Außerdem werden körperlich anstrengende Aktivitäten in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt und kühle Rückzugsorte bereitgestellt. Räume werden durch Beschattung und gezieltes Lüften möglichst kühl gehalten.
Bei Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes werden die Maßnahmen zusätzlich ausgeweitet. Dazu zählen die regelmäßige Kontrolle von Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit, die verstärkte Beobachtung gefährdeter Personen, zusätzliche Möglichkeiten zur Körperkühlung sowie eine engere pflegerische und medizinische Begleitung.
„Hitzeschutz ist längst keine Ausnahmeaufgabe mehr, sondern ein fester Bestandteil moderner Pflege. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir uns dauerhaft auf häufigere und intensivere Hitzeereignisse einstellen müssen. Unser Ziel ist es, die Gesundheit der uns anvertrauten Menschen bestmöglich zu schützen und gleichzeitig auch unsere Mitarbeitenden während solcher Belastungsphasen zu unterstützen“, so Rupietta.
Auch für die Beschäftigten sieht das Konzept konkrete Maßnahmen vor. Dazu gehören ausreichend Getränke, zusätzliche Trink- und Erholungspausen, kühle Aufenthaltsbereiche sowie die Anpassung körperlich belastender Tätigkeiten an die Temperaturen.
„Pflege bedeutet in Hitzephasen vor allem Aufmerksamkeit. Oft sind es vermeintlich kleine Maßnahmen wie regelmäßige Trinkangebote, kühle Aufenthaltsräume oder zusätzliche Beobachtungen, die entscheidend dazu beitragen, gesundheitliche Probleme zu verhindern“, ergänzt Meyring.